Veranstaltung

Deutscher Mühlentag

Bernecker Muehle
Mo, 21. Mai 2018
10:00-17:00 Uhr
Das Datum dieser Veranstaltung liegt in der Vergangenheit
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Beschreibung
Dass die Nagold und ihre Zuflüsse in früheren Jahren unzählige Mühlen
antrieben, das ist gemein hin bekannt. Sägen, Getreide- oder Ölmühlen
bezogen ihre Energie über Jahrhunderte aus der Kraft des
fließenden Wassers. Dass aber so manche dieser Anlagen nicht nur
in Form einer Infotafel oder als längst umgenutze Bauwerke erhalten
geblieben sind, sondern sich nach wie vor in Betrieb befindet, das geschieht
oftmals etwas im Verborgenen.
So steht beispielsweise mitten in dem Altensteiger Teilort Berneck
ein mächtiges Gebäude, an dessen Fassade „Kunden & Handelsmühle“
geschrieben steht. Und diese Mühle unterhalb des vom Köllbach
gespeisten Bernecker Sees, ist seit Jahrhunderten ununterbrochen in
Betrieb. „Der älteste Nachweis am Haus“, berichtet Thomas Haag, der
die Bernecker Mühle im Familienbetrieb in dritter Generation führt,
„ist von 1604“. Seit über 400 Jahren wird also an diesem Standort das
Müllerhandwerk betrieben. Und betritt man den Hofladen, der sich
im Erdgeschoss – dem sogenannten „Walzboden“ – befindet, dann
bemerkt man auch die Geschichte, die in diesen Mauern und Balken
steckt.
1864 ging die Mühle in privaten Besitz über. 1939 übernahm sie dann
der Großvater des heutigen Müllers. Damals gehörte noch eine Landwirtschaft
zum Betrieb. In den 50er Jahren baute der Großvater das
viereinhalb Meter messende Mühlrad ab, das die Mühle einst mit 22
PS antrieb. Er installierte eine Turbine und seither wird mit elektrischer
Energie gemahlen, die jedoch auch ihren Ursprung in der Wasserkraft
hat. Auch Thomas Haags Vater war Müller. Für ihn heute ist es jedoch
ein Nebenerwerb. Eine Familie kann eine solche Getreidemühle nicht
mehr ernähren. Dass die Tradition der Familie aber wichtig ist, zeigt
sich auch daran, dass bereits die nächste Generation in diese Fußstapfen
tritt. Tochter Julia hat ebenfalls das Müller-Handwerk erlernt.
Das ganze Getreide, das heute in Berneck gemahlen wird, kommt aus
der Region, aus Überberg oder Wart, aus Neubulach oder Zwerenberg.
Zur Erntezeit wird dort gedroschen auf den Feldern. Und wenn
die Bauern mit ihren großen Schleppern ankommen, dann kann man
als Laie dem Gespräch nur noch schwer folgen. Dann geht es um Aoder
B-Weizen oder sogar um „Schamanen“, Getreidesorten, die hier
angeliefert werden und die dann zu den unterschiedlichsten Produkten
verarbeitet werden. Rund 135 Tonnen Getreide sind das im Jahr.
Davon werden lediglich rund 50 Tonnen Weizen gemahlen, das heißt
zu Mehl verarbeitet, das in der Küche oder der Bäckerei seine Verwendung
findet. Der weit größere Teil wird als Futtermittel verkauft. 30
Tonnen Hafer, 15 Tonnen Gerste und nochmal 40 Tonnen Futterweizen
gehen durch die Mühle. Am Ende stehen dann große Säcke mit
Hühner-, Kälber- oder Wildfutter auf der Rampe.
Am Pfingstmontag, 21. Mai, öffnet Familie Haag beim Deutschen
Mühlentag wieder die Pforten der Mühle und erlaubt Blicke hinter die
Kulissen. Thomas Haag wird Führungen anbieten, allerdings nicht zu
festen Zeiten, sondern immer dann wenn einige Interessierte zusammen
sind. Im Mühlenhof wird ein Team von Freiwilligen die Besucher
mit Steaks, Würsten und Pommes bewirten. Am Nachmittag gibt es
außerdem Kaffee und Blechkuchen.
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Veranstaltungsort
Bernecker Mühle
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Hinweise
  • wetterunabhängige Veranstaltung
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Stadtverwaltung Altensteig

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