Veranstaltung

USA-Naturwunder im Südwesten

Der Südwesten der USA - Diavortrag mit Karl Lang
Sa, 25. November 2017
19:30 Uhr
Das Datum dieser Veranstaltung liegt in der Vergangenheit

Bildreportage von Karl Lang in moderner Digitaltechnik HDAV

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Beschreibung
Im Sommer zieht es Millionen Touristen aus aller Welt nach Arizona zum Grand Canyon des Colorado, dem großen Naturwunder der Neuen Welt. Es herrscht ein babylonisches Sprachengewirr am beliebten South Rim. Sicher, die über 400 Kilometer lange Schlucht ist gewaltig und einzigartig. Wer Ruhe und Inspiration sucht, wird diese Zeit meiden oder sich andere Ziele suchen. Little Colorado Falls beispielsweise, das ist abgelegen und nur über schlechte Straßen erreichbar. Das ist für die allermeisten schon ein KO-Kriterium, für einen wie mich, jedoch ein klarer Vorteil, um den Massen zu entfliehen und Ruhe zu haben. Und die suche ich, damit ich das was ich sehe, in aussagekräftige Bilder oder Videosequenzen umsetzen kann. Das braune, sedimenthaltige Wasser des Kleinen Colorado fällt über breite Stufen in eine Schlucht.
Kein Souvenierstand beeinträchtigt das archaische Bild.
 
Um dem touristischen Ansturm auf die beliebtesten Highlights des amerikanischen Südwestens auszuweichen bin ich dieses Jahr im Januar angereist. Mein Fahrzeug ist ein halbwegs geländegängiger SUV. Gleich in der ersten Nacht habe ich ihn so hergerichtet, dass das Auto für die folgenden Wochen als mein mobiles Zuhause taugt. 
So konnte ich den Objekten meiner fotografischen Begeisterung zusteuern und dann mit Zelt und Rucksack näher rücken. Im Verlauf von über 30 Jahren habe ich die Staaten des Colorado-Plateau auf vielfältige Weise und zu allen Jahreszeiten kennen und lieben gelernt.
Im Winter unterwegs zu sein, als einsamer Reisender, abseits der Touristenströme. diese Vorstellung gefällt mir und sie bringt trotz so mancher Einschränkung viele Vorteile mit sich. Nirgendwo ist in dieser Jahreszeit Gedränge und spezielle Sondergenehmigungen sind viel leichter zu bekommen, als im Sommer.
Die Widrigkeiten des Wetters muss man aushalten, wenn es nachts bis auf minus 16° runter geht. Da kommt der mitgebrachte Schlafsack an die Komfortgrenzen.
 
Von Escalante aus bin ich auf der "Hole-in-the rock-road" unterwegs nach Süden, zu einem Ziel das mir eine Woche vorher noch völlig unbekannt war. Über 50 Meilen Piste und einige Abschnitte sind heikel. Die Erdpiste ist aufgeweicht und die Anstiege und Abfahrten werden zum permanenten Risiko. Tage können vergehen, bis hier ein Auto vorbei kommt. Nach 40 Meilen stecke ich fest und das ausgerechnet weil mir eine freilaufende Kuh die Durchfahrt versperrt hat und ich bergauf ausweichen musste und im Morast gelandet bin. Das ist übel, keine Schaufel an Bord und so muss ich mit den Händen den Schlamm und Dreck in dem ich mich festgefahren habe, wegbefördern, Steine aus der weiteren Umgebung heranschaffen und so in mühsamer Arbeit meinen Mietwagen wieder flott machen. Wenn das der Vermieter in Las Vegas wüsste. In solchen Situationen ist an fotografieren nicht zu denken. Der Dreck ist überall und ich habe nicht unendlich Zeit. Es ist schon spätnachmittag und um 18.00 Uhr wird es schnell dunkel. Es klappt schließlich und ich kann hundert Meter zurücksetzen und komme dann mit neuem Anlauf weiter, bis zum nächsten Zwangshalt.
 
Mein Ziel ist der Reflection Canyon. Das ist eine faszinierende Stelle, innerhalb des Lake Powell, der durch den Dammbau anfang der 1960er Jahre ein großes Gebiet unter Wasser gesetzt hat. Um dort hin zu kommen gab es nur diese Anfahrt und am nächsten Tag mache ich mich im weglosen Gelände auf die Suche. Mit Zelt und Rucksack, Proviant und Wasser für 2-3 Tage. Im Auto hinterlasse ich einen Zettel mit meinem Ziel. Man kann ja nie wissen. Nach gut sieben Stunden habe ich zwar den gesuchten Canyon erreicht, nur noch nicht die richtige Stelle gefunden. Man muss vorsichtig sein, die Felsufer sind sehr steil und wer da abrutscht, kommt unter Umständen nicht mehr zurück. Es ist alles gut gegangen und später auf der Rückfahrt hatte ich Glück - die Piste war gefroren und daher problemlos zu meistern.
 
Ich habe auf dieser Reise verschiedene, recht unbekannte Canyon und auch Slotcanyon aufgesucht. Den großartigen Antelope Canyon habe ich seit 1988 mehrmals besucht. Heute gehe ich dort nicht mehr hin. Seit dieser Felsriss mit seinen unglaublichen Auswaschungen in jedem Reiseführer steht, wird er regelrecht von Touristen geflutet. Für die Navajos ist das eine Goldgrube, die ich ihnen gönne.
 
In New Mexico, an den Ufern des Rio Grande überwintern im Bosque del Apache, einem großen Feuchtgebiet, tausende Schneegänse aus Alaska und Kraniche aus Kanada. Früh am Morgen, noch in der Dämmerung sind riesige Vogelschwärme in der Luft. Es ist eiskalt und die Finger frieren einem fast an das schwere Stativ. Immer neue Schwärme formieren sich - der Himmel ist voller Vögel, die hin- und herfliegen, ehe sie sich im näheren Gelände zum Fressen niederlassen. Drei Tage bleibe ich dort, begeistert vom täglichen Naturschauspiel.
 
Eigentlich viel zu kurz, aber ich möchte weiter nach Norden, in den Mormonenstaat Utah. Ich habe unterwegs irgendwo ein Bild gesehen und das lässt mich seitdem nicht mehr los. Ich will unbedingt dort hin. Im großen Canyonlands National Park mache ich mich auf die Suche. Die Anfahrt über vereiste Zufahrtsstraßen dämpft die Hoffnung diese Halbhöhle der frühen Anasazi Indianer zu finden und auch zu erreichen. Niemand weiß, wie diese Indianer hießen, wer sie waren und wohin sie gingen. Das Wort stammt von den Navajos und bedeutet die "Alten" oder "die, die vorher da waren"
In über 2000 Metern Höhe liegt Schnee und so sind manche Ziele schwierig erreichbar. Nach gründlicher Recherche im Internet weiß ich zwischenzeitlich, wo ich gezielt suchen muss. In meiner Vorstellung habe ich dieses Bild schon geistig in meinen neuen Vortrag eingebaut. Ich muss also nur noch diese Stelle finden und fotografieren.
 
Später besuche ich das San Rafael Swell, den Nine-Mile-Canyon und erkunde das Gebiet rund um den Wild Horse Canyon. Tagelang begegnet mir keine Menschenseele - ich kann mich ganz auf meine Gedanken und Eindrücke einlassen. Ein wunderbares Gefühl - ein kleines Stück Freiheit, vom frühen Morgen bis zum späten Abend. Ich bekomme im abgelegenen Horseshoe Canyon eine Gruppe Wildesel vor die Linse und stapfe durch den tiefen Schnee oben am Bryce Canyon, im Winter eine Märchenlandschaft.
 
Wer all diese Bilder sehen möchte hat demnächst dazu Gelegenheit, wenn der neue Vortrag von Karl Lang " Naturwunder - im Südwesten der USA " vorgestellt wird.
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Veranstaltungsort
Bürgerhaus Altensteig
Rathausplatz 1
72213 Altensteig
Stadtteil: Altensteig
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Kosten
12 Euro Erwachsene, 8 Euro Schüler
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Hinweise
Weitere Informationen
Kulturamt, Rathausplatz 1, 72213 Altensteig
Telefon: 07453 9461-169; Fax: 07453 9461-150
E-Mail: kulturamt@altensteig.de


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