Handball
Gründung:
Am 3.Juni 1848 als Turngemeinde. 1895 gründete sich mit dem VfL ein zweiter Sportverein mit Radsport und Fußball. 1947 Neugründung der TG. 1971 fusionierten TG und VfL zum Gesamtverein TSV.
Ursprünge des Handballspiels:
Erste Mannschaftsbildungen 1927, erstes offizielles Spiel am 1. Juli 1928 in Wildberg. 1947 Wiederaufnahme des Spielbetriebes. 1975 erstmals Bildung einer Frauenmannschaft.
Sportliche Entwicklung:
Immer wieder spielte die damals von Karl Veyhl, Heinrich Bürkle, Otto Theurer, Alfred Dorner, Nikolaus Bitsch und Robert Luz unterstützte und geführte Handball-Abteilung um die vordersten Plätze mit, scheiterte aber immer wieder in sogenannten "Endspielen". Die Pechsträhne riss am 30. August 1964, als Altensteig mit einem 14:8-Erfolg in Nebringen endgültig die Meisterschaft des Kreisklasse Nagold holte. Das Stelldichein in der Bezirksklasse Stuttgart dauerte allerdings nur ein Jahr.
Im Jahr 1967 schaffte Altensteig aber erneut den Aufstieg in die Bezirksklasse, diesmal blieb man wie der ständige Kreisrivale dieser Zeit, der TV Calw, drin. 1969 wurde man hinter dem TV Calw sogar Vizemeister, doch im Spieljahr 1970 folgte der Abstieg auf Bezirksebene.
Im immer bedeutender werdenden Hallenhandball musste die TG Altensteig ebenfalls viel Geduld an den Tag legen, bis eine Meisterschaft unter Dach und Fach war. Erste Früchte wurden in den 80er Jahren geerntet, als der seit der Fusion von TG und VfL am 17. Oktober 1971 zum TSV Altensteig umgetaufte Klub endlich den ersten Hallentitel holte und 82/83 in die Bezirksliga aufstieg. Drei Jahre lang hielt sich der TSV in der überregionalen Liga.
Als die Rückkehr in diese Spielklasse partout nicht mehr klappen wollte und ständig Mannschaften wie Leonberg/Eltingen, Sindelfingen und Haslach an den Schwarzwäldern vorbeizogen, guckte sich Altensteig das Erfolgsrezept der Böblinger Klubs ab. Mit reichlich Unterstützung von außen - Christian Eisenreich, einem Trainer aus Niederbayern, Uwe Reime und Silvio Winkler, zwei exzellenten Handballkönnern aus der ehemaligen DDR-Staatsliga und später noch einem Rückraum-Gardekanonier aus Mazedonien namens Stefan Uzunow - wurde in den 90er Jahren ein Siegeszug ohnegleichen eingeleitet.

Mit einem bis dahin fast unvorstellbaren Integrationswillen schmiedeten Eisenreich und die TSV-Führung um Wolfgang Frey, Dirk Seifert, Otto Luz, Hartmut und Siegfried Volle ein Erfolgsteam zusammen, das binnen drei Jahren von der Bezirks - in die Verbandsliga hochkletterte. Als auch noch die Calwer Haudegen Jürgen Keller und Dirk Pfeffer im Oberen Wald anheuerten, wurde mehr als deutlich, dass das neue Paradepferd im Schwarzwald-Handball von Calw auf Altensteig umgesattelt hatte.
Die fertig gestellte neue Eichwaldhalle mit über 630 Sitzplätzen war mit ihrer Einweihung 1996 natürlich das i-Tüpfelchen auf den sportlichen Höhenflug. Eigentlich ist es nicht mehr als ein Schönheitsfehler, denn der größte Vereinserfolg wurde am 27.Mai 1997 im Handballer-Sportheim perfekt gemacht. Am "grünen Tisch" beschloss das HVW-Verbandsgericht unter Aufsicht von Dr. Hartmut Gnad, dass ein nach Schiedsrichtereindrücken verlorenes Spiel zwischen Meister Oberstenfeld und Verfolger Altensteig unentschieden ausging (so wie es Zuschauer, Mannschaften und Zeitnehmer gesehen hatten). Altensteig hatte in der Endabrechnung der vierten Verbandsligasaison einen Punkt dazu gewonnen, rutschte damit auf den Vizemeisterrang und hatte, da jegliche Aufstiegsspiels-Chance aufgrund der abgeschlossenen Hallenrunde dahin war, über das Hintertürchen der aufgestockten HVW-Oberliga den Aufstieg geschafft.
In der Hallenrunde 1999/2000 schaffte der TSV Altensteig mit nur einem Punkt Rückstand auf Waiblingen und Albstadt und dem dritten Tabellenplatz die Qualifikation für die neu gegründete Baden-Württemberg-Oberliga.
Der sportliche Höhenflug sollte aber noch andauern: Gleich in der ersten Runde der Baden-Württemberg-Oberliga belegte die Mannschaft des TSV Altensteig einen Relegationsplatz zum Aufstieg in die Regionalliga, und stieg dann ungeschlagen in die Regionalliga Süd auf. Der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte war vollbracht, Jahrelange, kontinuierliche Aufbauarbeit in den Reihen der Handballabteilung hatte sich bezahlt gemacht.
Leider konnte sich der TSV nur eine Saison in der dritthöchsten deutschen Handballliga halten, die gegnerischen Mannschaften waren zu stark.
Zwei Jahre mussten die Handballer in der Baden-Württemberg-Oberliga spielen, dann konnten sie erneut den Aufstieg in die Regionalliga Süd verbuchen.
In der Saison 2005/2006 ging die Handballabteilung dann auch mit dem Trainergespann Jens Häusler und Cornelia (Conny) Schatz neue Wege. Als erster und einziger Regionalligaverein Deutschlands verpflichtete der TSV Altensteig eine Frau. Sie ist darüber hinaus seit der Hallenrunde 2006/2007 Cheftrainerin der Abteilung, nachdem Jens Häusler aus familiären Gründen in seine Heimat Norddeutschland zurückzog.
Durch die Verpflichtung und Förderung talentierter, junger Spieler aus der Region soll der hochklassige und attraktive Handballsport beim TSV Altensteig auch für die Zukunft gesichert werden.